Pi – π Projects ist eine nicht-kommerzielle Kunstplattform mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie versteht sich als Ort des Dialogs über geografische, disziplinäre und generationelle Grenzen hinweg. Das Projekt bringt Künstler:innen aus Frankfurt mit internationalen Positionen zusammen und setzt zeitgenössische Arbeiten bewusst in Beziehung zu historischen künstlerischen Praktiken.
Im Zentrum steht das Interesse an den Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft und Natur. Dieser Fokus knüpft an die langjährige internationale Praxis des Gründers Mathias Kessler an. Seit seiner Rückkehr von New York nach Frankfurt verfolgt er das Ziel, sein internationales Netzwerk mit der lokalen Kunstszene zu verbinden und eine Plattform jenseits der Logik des kommerziellen Kunstmarktes zu etablieren.
Seit 2025 ist der Künstler Björn Drenkwitz Teil des Projekts. Gemeinsam entwickeln sie Programme, die auf künstlerischer Gegenüberstellung und Austausch basieren. Durch gezielte Juxtapositionen entstehen dialogische Räume – zwischen Werken, künstlerischen Positionen und unterschiedlichen Perspektiven.
Pi – π Projects versteht sich als Off-Space und als Ort der Begegnung, Reflexion und des gemeinsamen Denkens.
Ein besonderer Dank gilt der Galerie Heike Strelow, deren großzügige Unterstützung die Realisierung des Programms ermöglicht und die Plattform in einen lebendigen kulturellen Kontext einbindet.


Über uns


Projekte
Archivierte Links
Projekte 2026
DIALOGE
Dazwischen eine Welt
Dialoge 2026 / Dialog 1
mit Irene Hardjanegara & Hartmut Wirks
Auf den ersten Blick könnten die gezeigten Arbeiten unterschiedlicher kaum sein. Irene Hardjanegara entwickelt großformatige Zeichnungen in Tusche auf Papier aus einem rigorosen Prozess, der zwischen akribischem Regelwerk und zugelassener Unvorhersehbarkeit pendelt — zwischen Kontrolle und Intuition, Bewusstsein und Unterbewusstsein, Perfektion und Zufall. Es entstehen minimalistische Kompositionen, die im Entstehungsprozess eine komplexe Eigendynamik entfalten: von intimen Formaten bis hin zu Dimensionen, die die maximale Spannbreite ihres Körpers einfordern oder deutlich übersteigen. In Werken wie Structure and Dynamics of Large Scale Cascading Failureverdichten sich tausende einzelne Linien zu Farbfeldern und Bewegungen, die zugleich geologisch und atmosphärisch wirken — Oberflächen, die atmen, sich verschieben und sich einer endgültigen Lesart entziehen.
Hartmut Wirks nähert sich der gebauten Umwelt als Bühne, auf der sich menschliches Leben abspielt und wieder zurückzieht. In seinen Fotografien werden Architekturen zu Orten, an denen das Zweckgebundene unerwartete Bedeutung gewinnt und das scheinbar Zufällige auf grundlegende Bedingungen menschlicher Existenz verweist. Ein Baumstamm, der das Dach eines modernistischen Pavillons durchstößt; ein gläserner Speer, im Raum aufgehängt; ein zerstörtes Interieur, das eine Küstenlandschaft wie ein Gemälde rahmt — Wirks sucht das Beständige im Vergänglichen und macht die Spannung zwischen Konstruktion und Verfall, Schutz und Ausgesetztsein zum Gegenstand genauer Betrachtung.
Im Projektraum Pi (π) nutzen Hardjanegara und Wirks die Gelegenheit, ihre Vorgehensweisen in einer gemeinsamen Installation dialogisch zu verbinden — sich an der Schwelle ihrer beiden Arbeitsfelder zu begegnen. Im Sinne Walter Benjamins begreifen sie diese Schwelle nicht als Grenze, sondern als Zone des Übergangs; im Sinne Hannah Arendts als Zwischenraum, in dem menschliches Handeln und Bedeutung möglich werden. Dazwischen eine Welt.
Bio — Irene Hardjanegara
(*1973, Gorontalo, Indonesien) studierte in Paris, Berlin, Amsterdam und Busan und lebt und arbeitet seit 2014 in Frankfurt am Main. Sie wurde u.a. mit Stipendien der Stiftung Kunstfonds, des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie dem Förderpreis der Stiftung Frankfurter Sparkasse ausgezeichnet. Jüngste Ausstellungen: The Inconsistency of Memory, Kunstverein Montez, Frankfurt; a place of inbetweenness, Kunstverein Schallstadt
www.irenehardjanegara.com
Bio — Hartmut Wirks
(*1961, Frankfurt am Main) studierte Fotografie und Bildhauerei an der HfG Offenbach und der Willem de Kooning Academie Rotterdam sowie Philosophie an der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsfelder umfassen Fotografie, Film und dreidimensionales Gestalten. Er war zu Arbeitsaufenthalten in New York, Albanien, Japan und Tansania und lebt und arbeitet in Offenbach am Main.
12.6.2026 - 15.8.2026
Kooperation
Dialoge 2026 ist eine vierteilige Ausstellungsreihe im Pi (π) Art Project, Frankfurt am Main, kuratiert von Mathias Kessler und Björn Drenkwitz. Jede Präsentation bringt zwei künstlerische Positionen in einen konzentrierten Dialog — lokale und internationale Praxis verbindend, erweitert durch Artist Talks und eine begleitende Publikation. In Kooperation mit Galerie Heike Strelow.







Projekte 2026
Winter Pioniere
vereint seltene historische Fotografien aus dem Karl Max Kessler Archiv mit dem zeitgenössischen Kontext von Pi – π Projects in Frankfurt am Main.
Zwischen 1907 und 1960 dokumentierte Karl Max Kessler die Entstehung des Skisports im Kleinwalsertal – in einer Zeit, in der sich winterliche Landschaften von Orten der Arbeit und des Überlebens zu Räumen der Erkundung, des Sports und der gemeinsamen Imagination wandelten.
Die Ausstellung zeigt intime 10 × 15 cm große Glasnegative neben sorgfältig gefertigten Abzügen: Skifahrer:innen in Bewegung, frühe Pioniere im unberührten Schnee und weite alpine Landschaften, die von Ausdauer, Neugier und Freude erzählen. Aus heutiger Perspektive – vor dem Hintergrund internationaler Wintersportereignisse und der symbolischen Versammlung von Skinationen – wirken diese Bilder wie stille Zeugnisse eines prägenden Kapitels alpiner Kulturgeschichte.
Neben den Archivarbeiten präsentiert Mathias Kessler Kohlezeichnungen aus seiner Serie After Caspar David Friedrich: The Sea of Ice. Für den Künstler ist das Archiv zugleich persönliche Erinnerung: Aufgewachsen zwischen Bildern schneereicher Alpenwinter, kehrte er nach Jahrzehnten in New York in ein Tal zurück, das zunehmend auf künstliche Beschneiung angewiesen ist. Die Kohlezeichnungen – entwickelt als Grundlage einer 3D-Animation, die auf 200 Jahren Klimadaten basiert – zeichnen das allmähliche Schmelzen des Eises nach. Im Dialog mit den historischen Skifotografien entsteht ein Spannungsfeld zwischen erinnerter Schneelandschaft und ihrer gegenwärtigen Transformation.
Winter Pioniere ist sowohl eine Hommage an die Anfänge des Skisports als auch eine Reflexion über den Winter selbst: als Erinnerung, als kulturelle Praxis und als fragile, von der Zeit geprägte Landschaft.
Weitere Informationen:
www.fotokessler.org


19.2.2026 - 22.4.2026














































A Year Without a Summer – Art, Climate, and the Atmosphere
Pi – π Projects and
Galerie Heike Strelow
presented:
A Year Without a Summer – Art, Climate, and the Atmosphere
an exhibition and book project by
Mathias Kessler and Ahmet Civilek
(located above Galerie Heike Strelow, Frankfurt)
Location: Frankfurt am Main
Exhibition Dates: September 5 – October 18, 2025
Opening: Friday, September 5, 2025
Season Opening Weekend: September 6–7, 2025
Publication: DISTANZ Verlag
Ausstellungsüberblick
A Year Without a Summer markierte den Ausstellungsauftakt zur gleichnamigen Publikation, erschienen im DISTANZ Verlag, und wurde in Zusammenarbeit mit der Galerie Heike Strelow sowie Pi – π Projects realisiert.
Die Ausstellung vereinte minimalistische Farbverlaufsmalereien, die Veränderungen der Himmelsfarben und die Präsenz von Feinstaub reflektieren, mit fotografischen Arbeiten, die den illegalen Export europäischen Plastikmülls dokumentieren, der in Adana (Türkei) entsorgt wurde. Im Zentrum stand ein monumentaler, aus Kunststoff gewebter Teppich – konzipiert als spekulativer Vorschlag, Abfall aus den Kreisläufen von Produktion und Entsorgung zu entziehen.
Durch die Verbindung ästhetischer Reduktion mit ökologischer Dringlichkeit machte die Ausstellung jene oft unsichtbaren Kräfte erfahrbar, die unsere Atmosphäre heute prägen: Luftverschmutzung, globale Abfallströme und die langfristigen Folgen des Klimawandels. A Year Without a Summer stieß auf großes öffentliches und fachliches Interesse und wurde von Gesprächen sowie begleitenden Veranstaltungen flankiert.
Installationsansichten und weiteres Projektmaterial sind im Archivbereich dieser Website dokumentiert.Publication
A Year Without a Summer
Mathias Kessler
Published by DISTANZ Verlag, Berlin
More information:
→ www.mathiaskessler.com
→ https://www.pi-314159.org
Bio — Mathias Kessler
Mathias Kessler (*1968, Österreich) lebt und arbeitet im Kleinwalsertal und in New York. In seiner Arbeit hinterfragt und transformiert er gängige Vorstellungen von Natur und Landschaft. Unter Bezugnahme auf Kunstgeschichte, Philosophie und umweltpolitische Diskurse inszeniert er natürliche Prozesse neu. Romantische Malerei, Land Art und digitale Renderings treffen aufeinander und verschieben vertraute Gegensätze wie Natur und Kultur, Repräsentation und Erfahrung.
Kesslers Arbeiten – von inszenierten Eislandschaften bis zu skulpturalen Interventionen – verbinden analytische Schärfe mit visueller Kraft und reflektieren aktuelle ökologische, utopische und dystopische Fragestellungen.
16.5.2025 - 31.8.2025
Photo:
Projekte 2025












Pi – π Projects
präsentiert:
DAVOS ORGONE DEVICE
Die Ausstellung, die am 6. September 2024 bei Pi – π Projects eröffnet wurde, dokumentiert, wie das Center for Planetary Self Defense (das Künstlerduo Mathias Kessler und Jakob S. Boeskov) im Januar 2024 auf das Jakobshorn reiste, um oberhalb des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, eine künstlerische Hommage an den österreichischen Psychoanalytiker Wilhelm Reich zu installieren.
Für das Projekt transportierten die Künstler sämtliche Materialien mit Skiern. Ausgangspunkt war eine Berghütte auf 1.800 Metern Höhe, die ausschließlich per Skilift erreichbar ist. Die Ausstellung zeigt Artefakte der Expedition sowie Videoarbeiten, Fotografien und detaillierte Zeichnungen, die die Durchführung und Dokumentation des Projekts nachvollziehbar machen. Gezeigt wird ein ebenso humorvolles wie ungewöhnliches Projekt, das die Kraft neuen Denkens feiert.
Zu sehen sind Zeichnungen, Expeditionsbekleidung, Fotografien sowie die Orgon-Device-Skulptur, die während des Weltwirtschaftsforums in den verschneiten Bergen von Davos installiert wurde. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein kurzes Video, das die performative Intervention dokumentiert.
Wilhelm Reich, Autor von „Die Massenpsychologie des Faschismus“, war ein österreichischer Psychoanalytiker, Erfinder und Autor mehrerer Bücher. 1939 floh er aus Österreich und lebte später in Dänemark, Norwegen und schließlich im US-Bundesstaat Maine. 1957 starb er in einem Gefängnis in den USA.
Ausstellungszeitraum: 6. September – 5. Oktober 2024
Ort: Lange Straße 31, 1. Stock, 60311 Frankfurt am Main
Bio Jakob S. Boeskov
Jakob S. Boeskov lebt und arbeitet in New York. Seine vielfältige Praxis umfasst Zeichnungen, 3D-Drucke, Texte, Musik, Malerei, Skulptur und Video. Seine Arbeiten wurden unter anderem im New Museum (New York), im Frankfurter Kunstverein, im Stedelijk Museum sowie in der Dänischen Nationalgalerie gezeigt.
Bio Mathias Kessler
Mathias Kessler ist ein in New York lebender Künstler, der den Begriff der Natur kritisch hinterfragt und neu interpretiert. Unter Bezugnahme auf Kunstgeschichte, Philosophie und ökopolitische Diskurse inszeniert er natürliche Prozesse neu. Romantische Malerei, Land Art und digitale Renderings treffen in seinen Arbeiten aufeinander und verschieben vertraute Gegensätze wie Natur und Kultur, Repräsentation und Erfahrung sowie Ideologie und Ästhetik. Seine Beiträge zu aktuellen utopischen und dystopischen Debatten verbinden analytische Schärfe mit visueller Kraft, Ernsthaftigkeit und subtilem Humor.
6.9.2024 - 10.10.2024
Visit our IG Feed
Projekt 2024
฿l^¢к βθж - ฿l^¢к Ħσl£ ist eine Installation mit neuen Skulpturen von Raphael Lyon. Mit dieser Ausstellung erforscht Lyon die kryptischen Parallelen zwischen generativer künstlicher Intelligenz und der Entstehung von Leben aus Nichtleben. Durch den Einsatz von elektrochemischer Abscheidung, intensiver Hitze, kontrollierter Elektrizität und anderen wissenschaftlichen Methoden hat Lyon eine ortsspezifische Installation geschaffen, die eine Vielzahl von halborganischen Kompositionen, rekombinanten Skulpturen und sich entwickelnden Wandteppichen beherbergt.
Das dunkle Innere der Ausstellung, die minimale Beleuchtung und die labyrinthischen Qualitäten spielen auf die paläolithische Höhlenkunst an und stellen das Kunst schaffen und die Poesie im Allgemeinen in ein Kontinuum mit geologischem Druck. Seine verfremdenden Aspekte erinnern uns an unsere gemeinsamen, entstehenden und unleserlichen Ursprünge.
Durch die Betonung von Kräften statt von Absichten und die Gegenüberstellung des Belebten mit dem Unbelebten schafft Lyon einen Raum, in dem die Rolle der Kunst und des technologischen Fortschritts als gemeinsame Facetten dauerhafter natürlicher Prozesse betrachtet werden können: resistent gegen traditionelle Methoden der verkenntnistheoretischen Untersuchung, von Natur aus komplex, numinos, fantastisch und okkult.
17.11.2023 - 1.30.2024
Projekt 2023
Bio Raphael Lyon
Raphael Lyon ist ein in Brooklyn lebender multidisziplinärer Künstler und Unternehmer. Bekannt vor allem für seine zeitbasierten Skulpturen und galvanisch geformten Kupferobjekte, verbindet er archaisches Handwerk mit chaotischen Naturkräften. Er ist zudem Gründer der Enlightenment Wines Meadery und der Cocktailbar Honey's in New York.














Photos von der Ausstellung
฿l^¢к βθж - ฿l^¢к Ħσl£
Find us:
appointments only please e mail us info@pi-314159.org
Address
Lange Strasse 31 / 1st Floor
60311 Frankfurt am Main
Germany
